“Irgendwie fühle ich mich durch den Einstrahlungswinkel der Sonne und die Strömungsrichtungen der Luft und die damit verbundene Erwärmung meiner Umwelt, in erheblichem Maße in meinem persönlichen Empfinden verletzt und in der Möglichkeit meine Ausruhphase zu verlängern extrem eingeschränkt!” – Er hatte das Talent diesen komplexen Sachverhalt für sich und seine Umgebung weitaus einfacher und strukturierter darzustellen. ” Scheiß Sonne!” Dieser Satz fuhr ihm eigentlich jeden Morgen über die Lippen, schließlich war es Sommer- im Winter konnte er dabei die Sonne einfach durch Begriffe, wie Schnee, oder auch Kälte ersetzen und hatte so immer den perfekten Start in den Tag. Sicherlich war seine Ausdrucksweise dabei nicht immer jugendfrei, dabei war sie immer passend. Wer baute schon eine Brücke von Süd nach Nord, der Nord nach Süd (je nach Betrachtungsweise)? Da hat man natürlich jeden Morgen die Sonne direkt im Wohnzimmer, aber er war zu faul oder auch zu bescheiden um sich eine neue Brücke zu suchen, wobei er schon gehört hatte, dass in letzter Zeit einige wundervolle Brücken frei sein sollten. Doch er hatte sich nun vor fünfhundertzweiundneunzig Jahren für diese Brücke hier entschieden und dabei bleibt es. Sicher eine kleine Brücke in Venedig, oder mal so einen großen Kracher in der Neuen Welt, das hätte schon was, aber was sollte er an einem solchen Ort. er gehörte hier in dieses kleine Tal, am Rande der Welt unter seine Nord- Süd- Brücke. Nagut einen Namen für die Brücke hätter schon gerne, wer sagt schon gerne jeden tag Nord- Süd- Brücke, vor allem, wenn man so ungern spricht wie er selber. Aber auch daran kann man sich gewöhnen. Er hat sich in den letzten Jahren an so vieles gewöhnen müssen. Seine Frau, welche mit einem Gnom durchgebrannt ist, welcher auf den Aktienzug aufgesprungen war. Was auch immer das alles heißen sollte. Weder wusste er was eine Aktie war, noch machte es für ihn wenig Sinn daran herumzuziehen. Aber vielleicht auch besser so, er hatte so schon genug Schwierigkeiten sich selbst zu ernähren, da brauchte er diese großmäulige Flachbrust überhaupt nicht. “Soll sich doch den Aktienzuggnom zerquetschen!” Er spuckte grünen Schleim ins Gras während er versuchten einen Schmetterling mit seiner Pisse zu treffen. Aber aus seiner Höhe, war das ein schwieriges Unterfangen. dennoch war er sicher, das diese Gelben Schmetterdinge nur wegen seiner Art so schön gelb geworden sind. Naja es hat keinen Sinn in der Vergangeheit zu leben, wenn es Arbeit gibt die getan werden muss. Er hatte einen wundervollen Job. Er war einer der letzten aktiven Brückentrolle Norddeutschlands. Sein Job bestand darin unter einer Brücke zu wohnen, diese gegen alle anderen Trolle, aber auch Gnome, Zwerge und vor allem Menschen zu verteidigen um so in aller Ruhe ab und zu einen Passanten zu überfallen, welcher die Brücke überqueren möchte. Natürlich verspeiste er auch ein, zwei, welche sich weigerten den Zoll zu bezahlen, oder deren Nase ihm nicht passte. Gestern erst hatte er einen seltsamen schwarz- weiß Menschen verspeist,l der wahrscheinlich vom Aktienzug gefallen war, denn er erzähltem ihm davon, während er sich in die Hosen machte. Doch nach dem dritten Satz, war er den ganzebn Sätzen des schwarz- weiß Mannes nicht mehr hinterhergekommen und steckte ihn sich einfach ins Maul. In solchen Momenten erkennnt man erst die Schönheit der Ruhe. Doch irgendwie gab es diese Ruhe und Stille kaum noch. Die Menschen wurden immer lauter und vor allem machten ihre Pferde und Kutschen immer mehr Lärm. dafür waren die schnell- das musste er den Menschen lassen, zumal darunter auch sein Einkommen litt, was zwangsläufig zu seiner Frau und dem Gnom führte- egal. Er setzte sich wie immr an den Rand der Brücke und sah die Kutschen vorbeiziehen. Diese zu jagen, hatte er sich längst abgewöhnt. Ein Troll erkennt, wenn etwas nicht funktioniert und nach zwanzig Jahren hatte er eingesehen, dass diese Kutschen nicht zu fangen waren, also mussten Fußgänger her. Er lockte diese oft an. So hatte er eine Alte Kutsche aus dem Wald, welche er am Fahrbahnrand aufstellte und die T+üren vor allem vorne weit aufriß. Daneben stellte er einen ausgestopften Menschen, ein Mädchen, welches zu schön zum fressen, aber viel zu laut zu Leben war und ließ die Tölpel kommen. Dann ein flinker Sprung und Zahltag. Aber was sollte er mit dem ganzen papier, welches ihm die Menschen gaben, schon seit Jahren hatte er kein Goldstück mehr erbeutet und mit jedem tag wurde er schwächer. Ich bleib einfach hier sitzen. Erobere Papier bis ich sterbe- einfach immer weitermachen. Das ist der Trick und er schlenderte von hinten an seinen neuen Besucher heran. “ÄÄÄÄÄHM! Gold, oder Leben!” Mist wieder Papier, aber wenigstens sind da Bildchen von Brücken drauf, welche nicht einmal unbequem wirkten, vielleicht fahr ich ja doch eines Tages mal zu so einer Brücke und zieh dann da ein- die haben da bestimmt noch Gold!
Seltsame Todesfälle
Posted: 07/02/2012 in GeschichtenTags:20, DSA, Geschichte, Meister, Soren, Spiel
“Diesmal nicht!” Der Satz war schon beinahe zu einem Gebet geworden. Seinem Mantra. Immer und immer wieder sprach Theomar diese Worte aus, vielleicht würde allein der Glaube den Worten Macht verleihen. Zusammen mit seinen beiden Freunden saß er nun schon eine ganze Nacht in diesem stinkigen, kalten Loch am Wegesrand und wartete. Warten immer wieder. Seit Wochen ging es nun schon nur um dieses kleine Katz- und – Maus- Spiel. Doch irgendwie waren ihnen die Skarden immer wieder entkommen, oder hatten sich gar als übermächtig gezeigt, doch “diesmal nicht!”. Er sah im schwachen Mondlicht die gleichen Worte auf den Lippen seiner Begleiter. Völlig erschöpft, erfroren und verhärmt, aber dennoch sollte es dieses eine Mal funktionieren und dieses eine Mal würde ihnen reichen. Selbst der Gockel Soren, welcher sich ihnen in Hafergut angeschlossen hatte, wusste, dass sein Weg aus diesem Graben nur über die Skardenleichen führte. In diesem Graben war nicht mehr viel zu sehen von seinem Glanz, welchen er eimerweise über die weibliche Bevölkerung zu verbreiten schien, Dabei war es ihm auch egal, ob es sich um eine Dame oder eine Schankmagd handelte, er konnte vielleicht auch gar nichts dafür. “Diesmal nicht!” sagte er wieder um sich von diesen Gedanken zurück in den Graben zu bringen. Gedanken über Soren führten ihn immer wieder zu sich selbst und seinem einsamen Schicksal. Er hatte nun schon in so vielen Schlachten gekämpft. Sein Name war bekannt und galt dem gemeinen Volk fast ebensoviel, wie dem Edelmann, doch niemals hatte sich jemand für ihn interessiert nur um seiner selbst Willen. Er machte es den Menschen aber auch nicht leicht mit seinen schiefen Zähnen und dem vernarbten Gesicht, aber besser diese Narben, als mit den anderen vermodernd in den verlassenen Gruften zu liegen. Das unterschied ihn von den Schönen. Die Schönen faulten, er atmetet, auch wenn sein Gesicht der Preis dafür war. Langsam kehrte wieder Ruhe ein. Soren schien eingeschlafen zu sein und kalte Wut stieg in ihm auf- dieser Kerl wird noch alles versauen, doch was blieb ihm anderes übrig? Dann mussten sie es eben zu zweit schaffen. Die Frage, wie ein Kerl wie Soren in diesem elenden Dreck schlafen konnte, stellte sich ihm gar nicht. Wenigstens hatte er noch Egar. Das war ein Mann nach seinem Geschmack. Egar redete nie und ertrug immer alles stillschweigend, doch in seiner Nähe, wusste man eigentlich immer, was um einen herum geschieht, bevor es geschah- dieses Talent hatte nur Egar. Wie dieser hier in den Graben gekommen ist, wusste Theomar nicht zu sagen und es war auch egal. Hier waren sie und hier würde sich die Nacht entscheiden. Ein leises Rascheln holte ihn zurück in den Graben- wenn die Skarden nicht bald auftauchten, wäre es Tag und ihre ganze Wacht wäre umsonst gewesen, doch nur ein Fuchs trottete durchs Unterholz, schnüffelte kurz an Soren und stahl sich zurück in den Wald. Ja selbst der tolle Soren roch nach diesen Wochen streng, was für eine Genugtuung. Theomar konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, welches ihm jedoch auf den Lippen gefror, als ein schwarzer Huf vor Ihm auf der Strasse aufsetzte. Überrascht wegen einem Fuchs. Er schalt sich selbst einen Narren. Langsam trotteten die Skarden auf den Weg. Ihnen schien die Kälte einfach nichts auszumachen, schon allein dafür hasste Theomar sie. Er gab Egar das Zeichen und sie stürmten auf die Strasse. Das Denken wich dem Instinkt. Sein Schwert traf das erste Pferd direkt im Hals und es brach zusammen. “Komm ruhig auf meine Größe!” schrie Theomar. Doch dieser Treffer, war der letzte den Theomar in seinem langen Leben noch setzen würde. Es ging alles viel zu schnell. Er sah noch Egar im Unterholz verschwinden, bevor er strauchelte sich an seinem eigenen Schwert aufschnitt und fast verblutend auf der Strasse liegen blieb, dem Rest setzen die Skarden ein rasches Ende….
“Hey das is echt nicht fair! Ich spiele Theomar jetzt schon seit drei Jahren und du läßt mich hier wegen ner zwanzig verrecken? Was kann ich denn dafür, dass ich mal eine Attacke verhauen hab? Und außerdem Soren wegen einer verkackten Selbstbeherrschung gleich tief und fest schlafen zu lassen is nicht fair! Ich finde das ganze is echt für`n Arsch. Spiel doch dein Scheiß Abenteuer alleine zu Ende! ich hab echt keine Lust mehr- immer wieder diese Meisterwillkür!” “Hey du bist tot, das Leben spielt nicht fair und die Würfel können einen betrügen- wenigstens sah`s lustig aus- auf deinem Grabstein kann doch stehen: “Nur er selbst konnte sich besiegen!” “Arschloch!”
Halbtot
Posted: 01/02/2012 in GeschichtenTags:Drogen, Gedanken, Geschichte, kosmos, Leben, norm, parkplatz, Schlürfer, Tod, Wahnsinn
Alles war nur ein großes Mißverständnis. Also so Leben im Allgemeinen und sein eigenes Leben im Besonderen. Wo liegt der Sinn in all diesem? Vor allem, wenn man selbst nicht in das Leben passt, welches anderen für einen vorgesehen haben? Je weiter man von dieser kleinen Norm entfernt ist, um so schwieriger erscheint es überhaupt noch zu existieren. Und wenn es jemals eine Norm gab, dann war Er so weit wie nur irgend möglich von dieser entfernt. So kam es auch, dass Er mehr Zeit in verdunkelten abgeschlossenen Räumen auf sich allein gestellt verbracht hat, als dass Er irgend etwas anderes getan hätte. Mittlerweile weiß Er, wie es sein muss tot zu sein. Es gibt keine Brücke, keine Menschen, man gleitet allein und in Stille dahin. Wenn das wirklich der Tod war, dann wollte Er einfach nur Leben unsterblich, für immer. Nie wieder dieses Meer aus Dunkelheit und Stille ertragen müssen. Eine Ewigkeit und man würde zwangsläufig wahnsinnig. Das einzig Gute an dieser Situation, war das Bewußtsein, dass Er bereits wahnsinnig war. Er fühlte sich fast niemals so, Er fühlte sich in seinem Kosmos doch ziemlich normal an- doch all dies spielte keine Rolle, denn Er hatte etwas was viele, Wahnsinnige und Hippe und Durchgeknallte und was weiß ich noch Menschen nicht hatten- Er hatte einen Zettel, auf welchem ihm eindeutig bescheinigt wurde, dass Er wahnsinnig wäre. Das bedeute immer einen freien Parkplatz für Ihn nur leider gleichzeitig auch das Verbot jemals einen Führerschein zu machen. Also bliebe Ihm nur ohne Führerschein zu fahren, um diesen tollen Behindertenparkplatz auch anständig zu nutzen- Scheiße. Naja aber vielleicht reicht es auch vielen einfach nur zu Wissen, dass man dürfte, wenn man könnte. Bei Ihm begann alles mit den Gestalten. Schwarze Schlürfer, nannte Er sie als Er noch so klein war und viele Dinge in der Welt noch Namen brauchten. Diese Schlürfer begleiteten Ihn so lange Er sich erinnern konnte. Sie standen rund um seine Wiege und Er hat geschrien. Anfangs hat das Geschrei zumindest seine Eltern herbeigerufen. Diese waren dann da, aber die Schlürfer blieben. Als Er mit 4 Jahren noch immer versuchten die Eltern zu rufen, wurde es diesen langsam zu unnormal und vor allem anstrengend. So begann seine Reise als Mensch zwischen Leben und Tod. 15 Jahre. Er die Stille und die Schlürfer. Sie wandelten durch alle Räume, für sie gab es keine Grenzen, bis sie durch Tabletten von ihm gingen. Irgendetwas stellten diese Drogen in seinem Kopf an, Er konnte kaum noch die Welt um ihn herum sehen und so verschwanden auch die Schlürfer, doch Er spürte sie noch immer. Jetzt saß Er hier in dieser Straßenbahn- zwischen all diesen Normalen Menschen und wünschte sich, dass alles so bleiben würde, wie es gerade eben war, doch insgeheim sah Er sie Schlürfer auch zwischen diesen Menschen wandeln- unerkannt, doch sie sahen Ihn. Manchmal dachte Er, dass Er aufhören würde zu existieren, wenn die Schlürfer gingen, denn dann so wußte Er würde Ihn niemand mehr wahrnehmen. Doch über allem lag die eine große Frage: Was ist, wenn die Tabletten nicht mehr wirken?
“Wie war dein Tag?”- eine Frage – keine Frage! Die Antwort interessierte sie kein Stück und dennoch war diese Frage in ihrem Fragenkatalog, welcher sie durchs Leben bringen sollte eng verankert. Die fragte nicht, weil es sie interessierte- sie fragte, weil die Welt davon ausging, dass es sie interessierte. Während einer einsilbigen Antwort, ging sie direkt im Kopf schon zur nächsten Frage über und eigentlich berechnete sie gerade die Zahl der inhaltsleeren Fragen, welche sie abschießen musste, bis sie sich wieder den wirklich wichtigen Dingen in ihrem Leben widmen konnte. Doch viel wichtiger bei der Auswahl der Fragen, war nicht deren Anzahl, sondern die Länge der zu erwartenden Antwort. Vor einer Woche ist es dir doch tatsächlich passiert, dass sie auf eine Frage- genan an die Frage konnte sie sich nicht mehr erinnern – eine Antwort erhalten hatte, welche den Umfang und die Sendezeit einer handelsüblichen Mittwochnachmittagwerbung auf RTL gesprengt hat. So etwas sollte ihr nicht so schnell wieder passieren. Sie hatte ganze 10 Minuten gebraucht um in die Handlung der Sendung zurückzufinden und da sie sich ja schon lange abgewöhnt hatte, auf die Antworten zu hören, hatte sie demnach ganze 15 Minuten ihres Lebens ohne Inhalte verschenkt- wenn man das öfter machte- unvorstellbar, das schöne Leben, welches dann auf einmal so leer verinnt. Das Schweigen riß sie aprupt aus ihren Gedanken und führte sie direkt wieder zum Kern des ganzen- sie hatte das Ende der Antwort verpasst. “Un wie war`s?” fragte sie auf gut Glück. “Also….” begann die Antwort, doch die Zeit war um. Die Werbung für den großen Sonntagsfilm lief schon. Ach das Leben ist nicht fair.
Grüße aus dem Loch
Posted: 30/01/2012 in Mehr brauch ich nicht....Tags:Gedanken, Lebenszeichen, schreiben, Tagebuch, Texte, Tour
Guten Tag! Ja richtig gelesen hier an dieser Stelle steht ein Text, von mir. Die Wenigsten werden damit gerechnet haben und wenn ich ehrlich bin, geht es mir selbst auch nicht anders, aber was will man machen. Ab und an ein kleines Lebenszeichen absetzen, das zeigt, dass man da war, kann ja nix schaden. Es ist auf alle Fälle höchst seltsam, wie mit steigender Lebensqualität gleichzeitig der Drang sinkt, Finger auf die Tasten zu hämmern. Demnach kann man direkt aus der Anzahl der in den letzten Monaten erschienenen Artikel auf den Lebensstandart zurückschließen. Also alles rein logisch so will es scheinen. Das schlimme daran ist jedoch, dass ich eigentlich noch immer den Drang habe zu schreiben und endlich mal eine vernünftige Geschichte zu Stande bringen will, gleichzeitig stehen diesem Vorhaben die Motivation sowie mein Erzfeind die Zeit entgegen. Alles höchst verschroben und dennoch sollte ich so langsam einmal beginnen die Zahl der Worte wieder ein wenig anzuheben. Oder ich schweige für immer- für alle denen dies als die perfekte Lösung erscheint, bietet der Kommentarbereich genug Platz und ich halte meine Fresse- versprochen. Ansonsten hoffe ich euch geht es gut und der ein oder andere verirrt sich noch auf diesen Blog. Im übrigen, werde ich nun gleich die Tourtagebücher löschen, da diese hier eigentlich nicht wirklich etwas verloren haben und deshalb auch nicht hier rumgammeln müssen. In diesem Sinne euch allen einen schönen verfrorenen Tag!
Warten
Posted: 11/11/2011 in GeschichtenTags:Er, Geschichte, Klo, Kurzgeschichte, Liebe, Sie, Telefon, Warten
Schweigen. Immer nur Schweigen! Um Ihn herum dreht sich das Leben. Ein Leben das nur durch Geräusche zu Leben wird. Sätze, Worte, Hupen, Musik, Trailer, Jingels. Ein Urwald aus Geräuschen und dennoch alles bleibt Schweigen. Niemand hat Ihm auch nur das geringste zu sagen- kein Geräusch kann Ihm geben, was Er sucht. Dabei ist es nur ein kleines Signal, auf welches Er wartet, welches Er sucht um Ihn zurück ins Leben zu führen. Wie lange Er das alles noch ertragen kann, weiß Er nicht- aber Er kann sich einfach nicht überwinden die Hoffnung zu töten und den Blick vom dunklen Display seines Handys zu nehmen. Er weiß, wenn Er das tut, stirbt die Hoffnung zurück in diese neue Welt zu kehren, welche Er vor wenigen Tagen, wenn auch nur als Gast, betreten hatte. Wie es dazu kam, weiß Er nicht mehr genau- vielleicht war sein Gehirn einfach mit den Impressionen überfordert. Vielleicht war es auch einfach nur der Tequilla- das soll ja vorkommen. Er weiß nur, dass Er noch nie einen solch intensiven Abend erlebt hat- das Leben schien einfach- die Welt erschien bunt. Zum ersten Mal, machte Er sich keine Gedanken über den Morgen, keine Gedanken über die Vergangenheit- Er war einfach nur am Leben. Doch so lange sein Handy schwieg, würde Er den Weg dahin nicht mehr finden. Denn Sie hatte Ihn dahin mitgenommen. Warum nur hatte Er sich nicht Ihre Nummer geben lassen? Warum wusste Er nicht einmal Ihren Namen? Wie konnte Er nur so doof gewesen sein? Völlig monoton rasten diese drei Fragen immer wieder durch seinen Schädel- sein persönliches Vaterunser- sein persönliches Mantra. Doch so religiös das ganze auch anmuten würde- daran war auf alle Fälle der Tequilla Schuld. Doch noch nie hatte ein Getränk so köstlich in seinem Körper gebrannt. Noch nie war Er so frei gewesen. Noch nie. Doch etwas zu vermissen, was man gehabt hatte, ist so schwer. Inmitten des Mantras wünschte sich ein kleiner Teil von Ihm diese Welt nie betreten zu haben. Sie hatte Ihm doch versprochen, dass Sie sich melden würde- das es von nun an für immer so bleiben würde. Doch die Sekunden töteten diese Hoffnung ganz langsam- immer nur ein kleines Stück- hier gab es keine Pflastermethode nur ein verrinnen. Mittlerweile glich sein Schreibtisch einem Altar. In der Mitte dieses alte verbrauchte Mobiltelefon- welches Ihm nur noch diesen einen kleinen Dienst erweisen sollte. “Spiel endlich den beschissenen Klingelton!” Doch nur Schweigen umgibt Ihn. Warum nur hatte Er sich nicht Ihre Nummer geben lassen? Warum wusste Er nicht einmal Ihren Namen? Wie konnte Er nur so doof gewesen sein? Da war es wieder das Mantra! Sein Stoßgebet. Selbst das konnte den Druck in seinem Innern nicht mehr wirklich verringern. Ein Druck, welcher Ihn fast zum platzen brachte und weil das Schicksal oft genug grausame Scherze treibt, rannte Er mit heruntergelassener Hose quer durch die Wohnung zu seinem Telefon, welches inmitten der großen Sitzung das erlösende Geräusch von sich gab. Das einzige Geräusch, welches in seiner Welt existierte. So stand Er nun mit Hosen um den Knien und schrie förmlich sein “Hallo” in den Apparat und versuchte dennoch dabei ganz cool zu bleiben, als ob Er solche Nächte immer erleben würde. “Schönen Guten Tag mein Name ist Peter Schlaumann und ich rufe im Namen der elf achtundachzig null bei Ihnen an. Kennen sie unseren Service?”
Gestatten Peter Bricker. Was für ein bescheuerter Satz, aber ihm viel ums verrecken einfach kein besserer Satz ein. Für “Auch hier” war er einfach etwas zu intelligent und für “Komm lass uns ficken!” war er einfach nicht hart, nicht cool genug- also “Gestatten Peter Bricker!” Er war sich vollkommen im klaren darüber, dass er mit “Gestatten George Clooney!” mehr Chancen gehabt hätte, aber er war nun einmal Peter Bricker- und Peter Bricker, war eine grundauf ehrliche Haut. Punkt. Nur änderten diese Umstände nichts an seiner Verzweiflung- er würde nie die Liebe kennen lernen. Nie die Eine finden. Doch heute Abend würde sich das grundlegend ändern. Er war an einem Punkt, auf den er jetzt volle 4 Jahre 5 Monate und 3 Tage hingearbeitet hatte. Ein Plan der ihn mit vollständiger Präzision genau an diesen punkt der Geschichte gebracht hatte. In dieses Bett einer Jugendherberge in einer verregneten Nacht. Sicher das war für sich genommen jetzt keine große Leistung und sollte eigentlich jedem Menschen mit ein wenig Intelligenz in wenigen Augenblicken gelingen- doch der Rest erforderte all die Jahre der Vorbereitung und Planung. Denn in der gesamten Jugenherberge, gab es, vom Personal einmal abgesehen nur Peter Bricker, Heinz Schabowski, seines Zeichens der hohlste, aber netteste Zeugwart der Fußballgeschichte und die Spielerinnen des SV Kuhflämen 1. und 2. Mannschaft. Alles in allem um die 30 junge attraktive Damenfußballerinnen aus dem ländlichen aum im gebährfähigen Alter und aufgrund sportlicher Betätigung keineswegs häßlich. So sehen historische Momente aus. Sicher die meisten dieser historischen Momente ereigneten sich einfach o, doch Peter fand, dass er da ruhig etwas nachhelfen konnte. Die Idee kam ihm, als er bei der Gartenarbeit unentwegt auf die jungen Spielerinnen schauen musste, förmlich zum starren gezwungen wurde. Wo sonst, wenn nicht auf der grünen Wiese, sollte ein Typ wie er ein Weibchen finden? er begann selbsgt Fußball zu spielen, doch er schaffte es nicht einmal ansatzweise auch nur in der C- Jugend einen Ball zu halten, geschweige denn abzufeuern. Also tat Peter, was alle Menschen taten, die etwas nicht konnten, er wurde Chef von denen die es konnten. Er machte den Jugendtrainerschein. Trainierte alles von den Bambinis bis zur A- Jugend und immer wieder Seminare, Schulungen und Prüfungen. Bis er endlich die Lizenz für alle Spielklassen hatte. Dies war sein Moment. Ein wunderbarer Unfall, an welchem ein Condom und ein Rasentrakgtor beteiligt waren, machten den Stuhl des Damentrainers leer und auf das verzweifelte drängen der Vereinsführung nahm er diesen Posten an. Und seine neueste Trainingsmethode war das Trainingslager….mitten in diesen Überlegungen, welche mit einem seeligen Lächeln an seinem inneren Auge vorbeizogen hörte Er leise zaghafte Schritte auf dem flur, welche unweigerliche näher kamen. Sein Zimmer lag am Ende des Flures, also mussten die Schritte in sein Zimmer führen. Endlich. Eine junge Dame hatte Angst und suchte Schutz bei ihrem großen starken underschütterlichen Trainer. Als die Klinke sich langsam nach unten senkte, schloss Peter die Augen und versuchte dennoch kein Geräuschen, keinen Duft seines neuen Lebens zu verpassen. Sanft schlüpfte etwas warmes zu ihm ins Bett und schmiegte sich an ihn. Er schauderte vor Erregung und tat dennoch weiterhin so, als würde er schlafen. “Es war so stürmisch und dieses Haus ist mir unheimlich- darf ich heute hier bleiben?” flüsterte eine Stimme in sein Ohr. “Heinz raus aus meinem Bett!”, schrie Peter- doch Heinz war längst eingeschlafen.
Lichtblick
Posted: 07/08/2011 in Mehr brauch ich nicht....Tags:Entschuldigung, Geschichten, Leben, Lebenszeichen
Hallo zusammen! Ja ich gebs zu- ich hab das ganze hier extrem schleifen lassen und so gar nix mehr von mir hören lassen- tja ich kann mich dafür an dieser Stelle jetzt entweder entschuldigen, oder einfach sagen- so isses halt und viel mehr bleibt dazu denk ich auch nicht zu sagen, als so isses halt, aber ich gelobe Besserung. In letzter Zeit strömen so viele Dinge auf mich ein, dass ich mein Leben selbst kaum wiedererkenne. Also wird das auch wieder jede Menge neuen Stoff für neue Geschichten liefern. Besser gesagt hab ich die Geschichten in mir und schleppe sie durch die Gegens- ich bin zur Zeit halt leider nur nicht in der Lage, die Ergebnisse aufs virtuelle Papier zu tackern. Aber das kommt bald wieder und wenn nicht- kann ich es leider auch nicht ändern. Ist leider gerade nun einmal so. Ansonsten sitz ich gerade nach 12 Stunden Autofahrt hier und kann meinen eigenen Geruch kaum noch erkennen, ohne den Geruch gleichzeitig auch zu schmecken- ist nicht wirklich angenehm. Deswegen folgt an dieser Stelle der Abgang in Richtung Badewanne mit dem letzten Versprechen, dass ich dann doch ab und zu etwas hier verschreibseln werde, ob es nun jemanden interessiert oder nicht. Habt ne tolle Zeit und lasst es euch gut gehen…
Da stand Er nun. Eigentlich stand Er nur, weil Er selbst zum Umfallen zu schockiert war. Eine große Leere hatte von seinem Körper und vor allem von seinem Geist Besitz ergriffen und Ihm fehlte jede Möglichkeit sich dagegen zu wehren. Dabei sollte dies der schönste Tag in seinem Leben werden und innerhalb weniger Sekunden, wurde daraus sein höchstpersönlicher Super GAU. Ehrlich gesagt, trifft es GAU nicht einmal wirklich und erscheint Ihm als viel zu kleines Wort um die Fassungslosigkeit und das Entsetzen zu schildern, welchem Er sich in diesen Sekunden, oder waren es Jahre- ausgesetzt sah. Sein Leben hatte in den letzten Monaten eine positive Überraschung nach der anderen für Ihn bereitgehalten. Erfolg auf ganzer Linie und zu diesem Zeitpunkt hätte Ihm bereits klar werden sollen, dass es so nicht ewig weitergehen konnte. Doch irgendwie war sein Lauf einfach nicht aufzuhalten. Er hatte alles. Sein Job funktionierte und wurde von Tag zu Tag besser, alle seine Ziele und Träume schienen in Erfüllung zu gehen und alles wurde gekrönt, als Sie in sein kleines bescheidenes Leben trat. Sowas hatte Er noch nicht erlebt. Eine ungekannte Liebe bemächtigte sich seiner und Er erlebte ein Hochgefühl, wie Er es in seinem mittelalten Leben noch nicht gekannt hatte. Vielleicht hatte Er an dieser Stellen den ersten Fehler gemacht? Ihm hätte schon zu diesem Zeitpunkt die Erkenntnis kommen müssen, dass es so nicht weitergehen kann- wie auch? Weiter nach oben konnte es einfach nicht gehen. Aber Er dachte nicht im Traum daran, dass Er so fallen konnte. Er war erfüllt von Liebe und Hingabe und zum ersten Mal in seinem Leben, bekam Er all das zurück. Es war einfach der Wahnsinn und diesen wollte Er eigentlich am heutigen Tag krönen. Einem Tag der innerhalb weniger Sekunden zum Desaster wurde. In der perfekten Welt zwischen Ihr und Ihm, gab es nur ein Problem- ein kleines zweifelsohne, aber es war immer da, wie die wunde Stelle im Mund, welche abheilt, wenn man einfach aufhören würde, mit der Zunge daran herumzuspielen. Und dieses Problem, wollte Er heute nur für Sie lösen, um dies zu seinem Geschenk nur für Sie zu machen. Vielleicht war ja das gelöste Problem schuld, an diesem rasanten Absturz? Das Problem, waren Ihre Eltern. Irgendwie erwischten sie sich immer wieder auf dem falschen Fuß und es belastete Sie, dass ihre perfekte Welt immer wieder von diesen alternden Erzeugern gestört wurde- vielleicht ein kleines Problem, dennoch Er hatte es gelöst und freute sich wirklich auf den überraschten und glücklichen Ausdruck auf Ihrem Gesicht, als Er ihr die Köpfe Ihrer Eltern zu Füßen legte. Gott Er liebte diesen Ausdruck in Ihren Augen. Doch Er bekam ihn nicht zu sehen. Stattdessen brach Sie in Tränen aus und verschwand auf der Stelle. Sie war weg. Nun stand Er hier. Erstarrt vor Schock. Was hatte Er verdammt nochmal falsch gemacht?
Einfache Liebesgeschichten gibt es nicht. Weil diesen fehlt für ihren Status als Geschichte eindeutig das Drama und die Gewalt der großen Geschichten. Romeo und Julia in einfach kann es so nicht geben. Heute nicht und morgen auch nicht. Zumindest hatte Er sich die Spielregeln des Lebens immer und immer wieder vorgestellt. Balladen unter einem Fenster, gewaltige Geschenke, Liebeserklärungen, wie ein Feldzug. All das hatte Er immer und immer wieder gegeben und natürlich war Er damit auch wieder und wieder erfolgreich. Doch am Ende, platzte die Fassade ab, fing an zu brökeln und übrig blieb nur eine Idee und der schale Geschmack der Niederlage immer und immer wieder. Wunder sind in seinem Leben wohl doch nicht alltagstauglich. Also ging Er durch die Welt gejagt von Vorstellungen, Ideen und Idealen, welche der Realität nichts entgegen zu setzen hatten. Zu oft hatte Er getrieben von sich selbst, an Liebe geglaubt, hat an Wunder gedacht und allem vertraut, was das Leben zu bieten hatte. Doch auch Glauben, kann ohne Nahrung und Zeichen nicht ewig existieren zumindest nicht bei Ihm. Oftmals bewunderte Er den Glauben von Priestern und Mönchen, welche an eine Macht glauben, welche sich nicht zeigte, welche einfach nur aus dem Glauben heraus existierte. Wenn Er nur einen einzigen wunsch frei hätte, würde Er sich den Glauben an die Liebe wünschen, wie Er Ihn einmal besessen hatte, vor so lange Zeit- doch so einfach war das leben nun einmal nicht. Hatte Er nicht gerade selbst festgestellt, dass solche Wunder in der realen Welt nicht existieren. Also ging Er allein. Er lebte das imitat eines Lebens, Er lachte, wenn die anderen lachten, Er weinte, wenn die anderen weinten und Er fühlte dabei nichts. Nur diese große alles verschlingende Leere war in seinem Kopf und in seinem Herzen und fraß an seiner Seele. Doch nichts konnte sich ändern, nichts wird sich jemals ändern. Dafür schien die Welt nicht gemacht. Er musste sich langsam aber sicher an den Gedanken gewöhnen, dass nicht die Welt verkehrt war, sondern dass Er mit seinen Vorstellungen und Gedanken eine Laune der Natur war, welche einfach nuicht auf diese Welt passte. Mit diesen Gedanken, kam die Realität, kam die Normalität. Doch all das konnte Ihm kein zu Hause sein, konnte Ihm keine Ruhe bringen, wie Er es sich so sehr wünschte. Bis sich alles änderte. Das Wunder war so ganz anders, als Er es sich immer vorgestellt hatte. War so unscheinbar und dennoch mächtig. Am Tag, als Sie in sein Leben trat, drehte sich die Welt auf den Kopf, nur dass dies niemandem aufzufallen schien. Die Kamera kippte und die Welt veränderte sich. Auf einmal war Er zu Hause. Er war nicht mehr getrieben von Kräften, welche Er nicht verstand. Er fand eine Rast und Er war vollkommen. Mehr noch, Er hatte einen Schatz gefunden, welcher ins Reich der Legenden zu gehören schien und Er wußte, Er durfte Ihn nie verlieren. Denn Wunder sind kostbar.
